| Brasilien: Stopp Belo Monte Monster im Amazonas (Protest) |
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| Monday, 15. February 2010 | |
| von FdN | |
Trotz der seit Jahrzehnten bekannten negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen von Großstaudammprojekten will die brasilianische Regierung neue Wasserkraftwerke in Amazonien bauen lassen: Das größte davon, der Belo Monte Damm am Rio Xingu (Pará), scheint nun beschlossene Sache. Dass dabei der zentrale Lebensraum von über einem Dutzend indianischen Völkern faktisch zerstört wird, spielt bisher eine untergeordnete Rolle. Trotz jahrelanger Proteste der indianischen Völker, wie den Kayapo, hat Brasiliens Umweltbehörde IBAMA den umstrittenen Staudamm Belo Monte in der Amazonasregion Anfang Februar 2010 genehmigt. Laut Berichten soll das Projekt am Rio Xingu, einem über 1.980 Kilometer langen Zufluss des Amazonas, im April öffentlich ausgeschrieben werden.“Wir werden sicher stellen, dass Belo Monte nicht unsere Umwelt zerstört, die wir seit Jahrtausenden bewahrt haben“, sagt Megaron Tuxucumarrae, ein Führer der Kayapo. „Wir sind gegen Staudämme am Rio Xingu und wir werden dafür kämpfen, dass unsere Flüsse erhalten bleiben. Mit 11.000 Megawatt wäre Belo Monte nach dem Itaipu-Damm das zweitgrößte Wasserkraftwerk Brasiliens. Das jetzt genehmigte Projekt sieht eine Staufläche von 500 Quadratkilometern vor. Nach dem Willen der brasilianischen Regierung soll das Wasserkraftwerk bis 2015 ans Netz gehen. Es wird mit Umsiedlungen von bis zu 40.000 Menschen aus dem Überflutungsgebiet gerechnet. Der brasilianische Umweltminister Carlos Minc sagt: „Nicht ein einziger Indianer wird durch das Projekt vertrieben werden. Die Indianer werden nur indirekt betroffen sein, aber keiner muss sein Land verlassen.“ Bereits 2009 haben die betroffenen indigenen Völker eine Erklärung abgegeben, in der es heißt: „Der Rio Xingu wird ein Fluss voll Blut werden, wenn die brasilianische Regierung Belo Monte auf Biegen und Brechen baut. Dann liegt aber die ganze Verantwortung auch bei dieser Regierung und ihren Repräsentanten und bei der Justiz.“ Brasilien besitzt eine der fortschrittlichsten Verfassungen der Welt, was die Rechte von Minderheiten angeht. Die Verfassung von 1988 gewährleistet nicht nur den Anspruch auf indigene Territorien, sondern ebenso einen weitergehenden Anspruch auf alle kulturellen Güter, die sich darauf befinden. Aber die brasilianische Regierung missachtet diese Rechte – sowohl die Rechte aus der brasilianischen Verfassung als auch die Rechte für indigene Völker, die in der ILO-Konvention 169 festgeschrieben sind. Die Indigenen haben ein Recht auf Anhörung bei der Umsetzung solcher Projekte, aber dieses Recht wird nicht eingeräumt. Das Brazilian Environmental Justice Network und auch das International Rivers Network haben Petitionen gegen Belo Monte ins Leben gerufen. Wir bitte Sie diese zu unterschreiben! STOP BELO MONTE - APPEAL LETTER TO PRESIDENT LULA
Esteemed President Lula, Yet less than a year later, your government has given the green light to the project, despite the outrage of local communities as well as glaring concerns and warnings by Brazilian experts. Even two senior officials at IBAMA, Leozildo Tabajara da Silva Benjamin and Sebastião Custódio Pires, resigned their posts last year, citing high-level political pressure to approve the project. It is clear that there are serious concerns and criticisms originating from numerous groups and figures within Brazilian civil society, including your personal friend Dom Erwin Krautler, the CNBB, Leonardo Boff, and many others. Regardless of these concerns from your fellow Brazilians and your earlier promise to them, we see that your government indeed intends to shove Belo Monte down the throats of the directly affected indigenous and riverine communities in the Amazon.
We are not only extremely concerned with the decision to build such
an enormous, environmentally destructive mega-project, but also with
the unethical process through which the government excluded civil
society from any kind of open debate. Those who stand to be most
impacted by the construction of this project - the people of the lower
Xingu River - were particularly kept out of the decision-making
process. The people of the Xingu Basin have fought Belo Monte for more
than 20 years on the same grounds that they continue to oppose it now.
The Belo Monte project is being pursued at the expense of viable and
less destructive alternatives such as improvements in energy
efficiency, and the promotion of renewable energy such as solar and
wind. A WWF-Brazil study published in 2007 showed that by 2020 Brazil
could cut the expected demand for electricity by 40% through
investments in energy efficiency. The power saved would be equivalent
to 14 Belo Monte hydroelectric plants, and would save Brazil around
R$33 billion in the process. INTERNATIONAL RIVERS INDIGENOUS ENVIRONMENTAL NETWORK SOCIETY FOR THREATENED PEOPLES INTERNATIONAL WORLD RAINFOREST MOVEMENT GLOBAL FOREST COALITION GLOBAL JUSTICE ECOLOGY PROJECT
CLIMATE ALLIANCE OF EUROPEAN CITIES WITH THE INDIGENOUS RAINFOREST PEOPLES GREENPEACE EARTHPEOPLES AMNESTY INTERNATIONAL - LATEINAMERIKA-BERLIN INDIAN CONFEDERATION OF INDIGENOUS AND TRIBAL PEOPLES NORTH EAST ZONE MENSCHENRECHTE 3000 e.V. (Human Rights 3000) FRIENDS OF PEOPLES CLOSE TO NATURE PACIFIC INDIGENOUS PEOPLES ENVIRONMENTAL COALITION |
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Trotz der seit Jahrzehnten bekannten negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen von Großstaudammprojekten will die brasilianische Regierung neue Wasserkraftwerke in Amazonien bauen lassen: Das größte davon, der Belo Monte Damm am Rio Xingu (Pará), scheint nun beschlossene Sache. Dass dabei der zentrale Lebensraum von über einem Dutzend indianischen Völkern faktisch zerstört wird, spielt bisher eine untergeordnete Rolle. Trotz jahrelanger Proteste der indianischen Völker, wie den Kayapo, hat Brasiliens Umweltbehörde IBAMA den umstrittenen Staudamm Belo Monte in der Amazonasregion Anfang Februar 2010 genehmigt. Laut Berichten soll das Projekt am Rio Xingu, einem über 1.980 Kilometer langen Zufluss des Amazonas, im April öffentlich ausgeschrieben werden.