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Uganda: Hohe Gewaltrate gegen Frauen der Batwa Pygmäen Drucken E-Mail
Wednesday, 23. June 2010
von FdN   
ImageWie neue Forschungsergebnisse der Internationalen Gruppe für Minderheitenrechte (MRG) zeigen, erfahren Afrikas indigene Batwa-Frauen Gewalt schockierenden Ausmaßes. In manchen Fällen berichten 100% der Frauen, dass sie bereits Opfer eines Gewaltaktes geworden sind. In einer in Uganda durchgeführten Studie sagten 100% der befragten Frauen, dass sie selbst schon Gewalt erfahren haben und in der Mehrzahl der Fälle ist Gewalt allgegenwärtig, so ein Bericht der MRG mit dem Titel ‘Das versteckte Leben der Batwa-Frauen‘. 57% der für die Untersuchung in Uganda befragten Frauen gaben an, in ihrem Leben schon einmal sexuell missbraucht worden zu sein, 46% von ihnen leiden unter ehelicher Vergewaltigung.


„Die Batwa stellen das ursprüngliche Volk Zentralafrikas dar, aber nun werden sie an den Rand der Gesellschaft gedrängt und erfahren alltägliche Diskriminierung“, sagt Mark Lattimer, Geschäftsführender Direktor von MRG. „Die Batwa-Frauen haben dabei doppelt zu leiden, zum einen dadurch, dass ihnen Bildung verweigert wird und zum anderen durch die viele ständige Gewalt.“ Die Batwa sind die ursprünglichen Bewohner der äquatorialen Wälder von Afrikas Region der Großen Seen. Außer in Uganda gibt es keine offiziellen Statistiken über ihre Bevölkerungszahl, aber die Schätzungen gehen von 160.000 Menschen aus, die in Ruanda, Burundi, in der östlichen Demokratischen Republik Kongo und in Uganda leben. 

Der MRG Bericht basiert auf Ergebnissen vierer Forschungsprojekte, die von lokalen Organisationen durchgeführt wurden. Zwei Projekte beschäftigten sich mit dem Thema Gewalt gegen Frauen in Uganda und Ruanda, die beiden anderen mit der Bildung von Mädchen in Burundi und der Demokratischen Republik Kongo.

„Viel zu lange hat man die Batwa in Uganda von dem Land ihrer Vorfahren vertrieben“, sagt
Penninah Zaninka von den Vereinten Organisation für die Entwicklung der Batwa in Uganda. „Folglich leiden die Batwa unter extremer Armut und die Batwa-Frauen werden so leichter zu Opfern von Missbrauch. Solange die Probleme, denen sich die Batwa-Frauen ausgesetzt sind, offiziell nicht erkannt werden, wird ihr Leid zunehmen.“

Die Wahrnehmung unter den Batwa-Frauen ist, dass sie stärker unter Gewalt leiden als Frauen anderer Volksgemeinschaften. 61% der in Ruanda befragten Frauen sagten, das Gewaltniveau gegenüber Batwa-Frauen sei höher als gegenüber anderen Frauen. Die Ursachen für die Gewalt unterscheiden sich nach Aussage der Befragten. Die meisten Batwa-Frauen in Ruanda sehen aber den Hauptgrund für die Gewalt in der extremen Armut. Die Studie zur Bildung der Mädchen in Burundi und der Demokratischen Republik Kongo ergab, dass in diesen beiden Ländern zweimal so viele Jungen eine Schule besuchen wie Mädchen und dass national gesehen die Batwa-Mädchen halb so viele Chancen haben, eine Schule zu besuchen, als Mädchen anderer Volksgemeinschaften.

In Burundi und der Demokratischen Republik Kongo ist die Abbrecherquote bei den Batwa-Mädchen doppelt so hoch wie bei den Batwa-Jungen. Insgesamt besuchen hier nur 39% der Batwa-Kinder eine Schule. In beiden Ländern sind ähnliche Ursachen für den eingeschränkten Zugang für Batwa-Kinder zu Bildung verantwortlich – Armut, die Einstellung der Eltern zu Bildung und das frühe Heiratsalter. Der Bericht empfiehlt, dass die Regierungen in der Region die Notwendigkeit von Geschlechter und ethnisch differenzierten Daten erkennen müssen. Eine Grundvoraussetzung hierfür ist, dass die Regierungen die Vielfalt ihrer Bevölkerung erkennen und die Existenz von Minderheiten und indigenen Völkern anerkennen.

 
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